Das IST ist
Die ewige Diskussion um
die Entstehung der Welt kennt aus philosophischer Sicht eigentlich zwei Extreme
Positionen - mit Gott als Schöpfer und anderseits ohne ihn. Die Vertreter der
zweiten Position sind vorwiegend bei den Physikern und Mathematikern (z.B. STEPHEN
HAWKINS) anzutreffen. Sie wollen die Entstehung der Welt mit einem Urknall erklären.
Beide Lager haben allerdings das gemeinsame Problem mit der Frage, was denn vor
der Schöpfung, bzw. vor dem Urknall gewesen ist. Beide Lager verweisen auf ein
NICHTS, aus dem heraus Gottes Schöpfung oder der Urknall erfolgt sein soll. Während
die Bibel den Schöpfungsakt mit sechs Tagen beziffert, räumen ihm die Urknaller
nur Bruchteile von Sekunden ein. Nach der neuesten Theorie des Physikers
LAWRENCE KRAUSS, eines so genannten Gottesverleugners, wuchs das All in
Sekundenbruchteilen auf die Größe eines Apfels und brauchte dann 14 Milliarden
Jahre um sich zur heutigen Größe aufzublähen.
Wichtig ist jedenfalls -
die Entstehung aus dem NICHTS!
Hier sind nun die
Philosophie und der nüchterne Verstand gefragt: Gibt es ein NICHTS? Ist ein
NICHTS denkbar? Kann aus dem NICHTS etwas entstehen oder erschaffen werden?
Der Volksmund sagt: Von
nischt, wird nischt!
Aber so einfach wollen
wir es uns nicht machen. Immerhin sind die Vertreter beider Lager hoch gebildete
Leute - Doktoren, Professoren, Nobelpreisträger, Bischöfe, Päpste... - wenn die
als Basis der Weltentstehung ein NICHTS akzeptieren, dann muss man den Unsinn
wohl ernst nehmen.
Übrigens, der bereits
genannter Gottesverleugner, LAWRENCE KRAUSS, hat sich da etwas Hübsches für das
NICHTS ausgedacht. Er sagt, dass das NICHTS vor dem Urknall gar kein NICHTS
war, sondern von Quantenfeldern restlos ausgefüllt war.
Er definiert also einfach
das NICHTS ein bisschen großzügiger. Er meint, das NICHTS wäre eine Art brodelnder
Einheitsbrei, der beständig Elementarteilchen wie Quarks oder Elektronen
spuckt, und aus dem sich nach dem Urknall die Materie des Alls, das Universum,
gebildet habe. Untermauert wird seine Theorie durch die noch unvollendete
Theorie der Quantengravitation, die versucht, die Einsteinsche
Relativitätstheorie mit der Quantenmechanik zu kreuzen. Die Quantengravitation
wäre dann die sagenhafte WELTFORMEL.
Süddeutsche Zeitung ,
17.3.07 , THOMAS BÜHRKE:
"Die String-Theorie gilt heute bei vielen
Physikern als die aussichtsreichste Quelle für eine 'Weltformel'. Dieses von
manchen ersehnte mathematische Konstrukt soll eines Tages die bekannten Gesetze
der Quantentheorie und der Allgemeinen Relativitätstheorie zur
Quantengravitation vereinen und sämtliche Vorgänge in der Natur - von den
kleinsten Elementarteilchen bis hin zu schwarzen Löchern und dem Urknall -
beschreiben.
... Allerdings funktioniert diese String-Theorie
mathematisch nur in neun oder zehn Raumdimensionen...Erst eine vereinheitlichte
Theorie der Quantengravitation könnte den Beginn der Welt erklären."
Wenn man dieser Theorie auch
gern folgen will, bleibt aber letztlich, dass das NICHTS eben kein NICHTS,
sondern ein ETWAS war - nämlich besagter Quanteneinheitsbrei! Und zweitens
bleibt doch wie immer beim Urknall die hinterlistige Frage - wer oder was hat
ihn ausgelöst? Auch Zufälle brauchen eine Ursache!
Einige moderne Vertreter
der göttlichen Schöpfungsidee, die sich infolge der wissenschaftlichen Erkenntnisse DARWINs, EINSTEINs und anderer mit dem
Zeitpunkt des Eingreifens Gottes in Genesis und Evolution immer weiter zurückziehen
mussten, finden genau an dieser Stelle - der Ursache für den Urknall - ihre
letzte Bastion: Wenn Gott schon kein Schöpfer der Welt, dann eben wenigstens
Auslöser des Urknalls!
Aber wo hat er sich
aufgehalten, bevor er aufs Knöpfchen gedrückt hat? Ob also Urknall mit oder
ohne göttliches Eingreifen - immer wird die Frage nach dem VORHER provoziert!
Was war vor dem Knall?
NICHTS - nur Gott oder ein Einheitsbrei aus Quantenfeldern?
Entscheidend scheint für
die Problematik, die Definition des NICHTS zu sein. Der Berliner Philosoph
CLAUS-PETER EICHHORST sagt: "Das
NICHTS ist logisch möglich, real aber unmöglich."
Aber halten wir uns doch
erstmal an die Tatsachen, die nicht nur möglich sind, sondern die existieren
und nicht bezweifelt werden können. Eine solche Tatsache ist, dass es die Erde
gibt mit den Menschen und der Natur, dass es Sonne, Mond und Sterne gibt,
Galaxien und das Weltall. Unanhängig von der Frage nach einem NICHTS gibt es
also zweifelsfrei ein IST! Das IST ist!
Die idealistische
Ansicht, dass das IST nur ein Produkt der menschlichen Vorstellung ist, können
wir vernachlässigen. Nihilismus ist ein Denkspaß für Intellektuelle!
Nein, das IST ist und die
Grundbausteine des IST - gleichgültig, ob sie schon bis ins letzte Detail
erforscht sind oder nicht! - sind einheitlich. Die Elemente der Materie sind
endlich und begrenzt. Selbst die entferntesten Galaxien bestehen aus der
gleichen Materie wie unser Sonnensystem. Daraus, dass alles im Innersten so
einheitlich ist, lässt sich leicht
schlussfolgern, dass es einen zentralen Schöpfungsakt geben müsse - eben
mittels Urknall im Einheitsbrei oder durch Gottes Odem!
Nur das führt uns noch
nicht weiter. Festzuhalten wäre aber - das IST ist überall gleich! Es gibt nur
ein ALL, kein ÜBERALL!
Das IST ist ein Perpetuum mobile.
Die Ressourcen sind konstant. Nichts kommt weg, nicht kommt hinzu. Wo
sollte es auch herkommen? Wo sollte es hingehen?
Ins NICHTS kann nichts gehen, weil es das nicht gibt.
Das Pendeln und Schwanken zwischen Chaos und Ordnung ist eine Eigenschaft
des IST.
Und nur wenn man das in der energetischen Gesamtbilanz als konstant denkt,
lässt sich die Existenz der Welt widerspruchsfrei erklären. Sobald man einen
Verlust von Ordnung als Verlust an Energie denkt; oder sobald man ein
Versickern des IST an den Grenzen zum NICHTS denkt, oder wenn man eine ständige
Verdünnung des IST infolge Ausdehnung ins NICHTS denkt; immer wenn man das IST
nicht als energetisch konstant denkt, kommt die Frage nach einem Ende des IST
auf, womit selbstverständlich die Frage nach einem Anfang unweigerlich
gekoppelt ist. Dann kommen die Fragen nach dem "Vorher" und dem
"Nachher". Und dann bleibt einem aus der Not heraus, womöglich nur
die Antwort, dass es die Welt eigentlich gar nicht gibt.
Man muss das IST auf seine grundlegenden Wahrheiten reduzieren. Die gelten
im gesamten IST. Die sind nicht irgendwo in einem ominösen "Schwarzen Loch"
beispielsweise anders, als auf der Erde. Sie sind immer gleich. Die Erde, so
wie die Natur auf ihr, sind Produkte der allüberall gleichen Materie.
Man muss nicht unbedingt die letzten Bausteine der Materie zweifelsfrei
beschreiben und ausmessen können. Man muss auch nicht alle galaktischen Nebel
und Wirbel mathematisch erfassen können... - man muss nur wissen, dass alles,
was es im IST gibt, von der gleichen Bauart ist und gleichen Gesetzen
unterliegt. Auch wenn man die Gesetze noch nicht bis ins Letzte erkannt hat.
ALBERT EINSTEIN: "Raffiniert ist der Herrgott, aber nicht
bösartig."
Gemeint ist - kompliziert ist die Materie und ihre Daseinsformen, aber sie
ist nicht vorsätzlich codiert und unerkenntlich gemacht.
Was wir in den irdischen Dimensionen an der Materie beobachten können,
würden wir überall an der Materie im Universum beobachten können, wenn wir denn
wirklich auf Tuchfühlung an sie herankämen. Die Materie in irgendeinem
Spiralnebel ist die gleiche, wie bei uns in Sachsen oder in Bayern. Die Unterschiede
entstehen durch die Beobachtungsungenauigkeiten. "Schwarze Löcher",
"Urknall", "Raumkrümmungen", "Wurmlöcher in der
Zeitebene" und alle diese Dinge sind nichts als Rechen- und Messfehler. Mathematische Steißgeburten!
Die Vorgänge, die wir im Universum beobachten, sind von einer gigantischen
Dimension und Komplexität und mit den deduktiven Methoden der Beobachtung nicht
vollständig zu erfassen. Was bei dem Zusammenstoß zweier Galaxien abläuft,
übersteigt unsere Vorstellungsmöglichkeiten. Billionenfache Sonnenmassen
prallen aufeinander. Temperaturen von hunderten Millionen Grad. Da geschieht
etwas, was sich niemand ausgedacht hat, was vielleicht zum ersten Mal so
passiert (genau so), was nicht messbar ist, nicht überblickbar, nicht
strukturierbar, nicht entschlüsselbar ist; was niemand verstehen kann, weil es
keinen Grund hat und keinen Zweck. Unentwegt geschieht etwas, was für niemanden
von Bedeutung ist. Das kann und muss man auch nicht unbedingt in Formeln und
Theorien abpacken und einfrieren.
Doch trotzdem - das IST verhält sich "logisch". Deswegen müssen
alle Aussagen über das Universum und seiner Bestandteile auch logisch sein.
Logisch bedeutet nicht etwas, was der Mensch erfunden hat, sondern Logik ist das Grundprinzip der Materie,
mit der sie sich aus dem Chaos heraus bewegt, verändert und Strukturen
entwickelt.
Der Mensch hat der Materie die Logik abgelauscht. Ihren Herzschlag! Der
Mensch ist schließlich selbst nichts als Materie.
Die Logik, mit der das Mensch seine Computer füttert - die Software -,
basiert auf dem Grundprinzip der Materie - ja / nein! Oder: Null und Eins! -
genauso wie die Hardware.
Schon lange bevor man die Computer, oder die elektronischen Rechner,
erfand, hatte man die Logik erkannt.
Die Formale Logik - ein kaum noch gelehrter Wissenschaftszweig - zeigt,
dass sich alle Aussagen die es gibt, aus dem ja / nein Prinzip ergeben, bzw.
auf dieses zurückführen lassen. Die Grundbausteine sind immer "ja"
und "nein" oder "ying" und "yang" oder
"null" und "eins"!
Die, die immer wieder betonen, dass man letzte Wahrheiten über das IST nie
erfassen können, irren.
Die letzte Wahrheit haben wir längst - sie lautet: Das IST ist!
Zu allen Zeiten führten die Versuche der Denker, Dinge zu erklären, die man
mangels geeigneter Beobachtungshilfsmittel noch nicht erkennen konnte, zu den
ulkigsten Resultaten. Da sah man das Wirken von Geistern, Götzen und Göttern,
dann gab es Unterwelten, Oberwelten, Himmel und Höllen und ewige Jagdgründe.
Die Erde ruhte auf Elefanten, Schildkröten oder anderem Getier, welches stark
genug erschien, die Erdscheibe zu schleppen. Heutzutage haben wir Zeitreisen,
sich in andere Welten hinüber "beamende" Helden und einen lieben
Gott, der sich vor den Urknall platziert hat.
Es gibt nicht den einen Urknall, vielleicht gibt es unzählige. Unzählige
Urknalle, die immer wieder im IST neue Strukturen hervorrufen. Aber das sind
keine imaginären Strukturen im Sinne von verschiedenen Geschichten je nach
Beobachterstatus (oder ähnlicher Unfug), sondern tatsächliche Strukturen, die
nebeneinander existieren - sich beeinflussen, werden und vergehen!
Fest steht:
Das, was wir von der Welt kennen, ist ein Teil des unendlichen IST. Und
dieser kleine, überschaubare Teil funktioniert so, wie überall im All. Und es
gibt manche Fehlinterpretationen von Erscheinungen, die man noch nicht genau
begriffen hat.
Die heutigen Erklärungsversuche - und wenn sie noch so kompliziert und
wissenschaftlich erscheinen mögen; alle diese mathematisch-physikalischen
Konstrukte (auch die HAWKINGschen), versuchen Dinge zu erklären, die es nicht
gibt und nicht geben kann, weil sie den Grundprinzipien des IST widersprechen.
Alle Erklärungen müssen mit den Erfahrungen der Menschheit grundsätzlich
übereinstimmen. Sobald man Erklärungen benötigt, die nicht vorstellbar, nicht
den Erfahrungen entsprechen, müssen sie
definitiv falsch sein.
Die Vorstellung von der Erde als
Scheibe, die auf dem Rücken eines Elefanten ruhe, war nicht vorstellbar.
Widersprach von Anfang an den Erfahrungen der Mensche. So große Elefanten
konnte es nicht geben! Aber man sah einfach darüber hinweg - lieber eine
falsche Erklärung, als keine!
Ähnlich mit Gott - lieber eine
falsche Erklärung, als keine!
Der Mensch und sein Hirn
sind Produkte dieser Welt, dieser Materie, dieses IST - Produkte dieser in der
Materie obwaltenden Grundprinzipien von Logik und Ordnung. Der Mensch ist also
allein deshalb grundsätzlich in der Lage und dazu begabt, die Dinge der Welt zu
erkennen und zu begreifen, weil er auf Basis dieser grundsätzlichen Dinge
selbst funktioniert. Das, was er nicht begreifen kann - nicht anfassen, nicht
angreifen - muss trotzdem den begriffenen und auf der Hand liegenden
Erkenntnissen entsprechen, weil es nur eine Welt - mit in ihr fest verankerten
und unabänderlich wirkenden Gesetzmäßigkeiten - gibt.
Anthropisches Prinzip: "...das Universum
müsse mehr oder weniger so sein, wie wir es sehen, denn wäre es anders, gäbe es
niemand, der es beobachten könnte." (STEPHEN HAWKING / 2001)
Und alle diese
wunderschönen Modelle, Theorien oder Hypothesen, die es gibt, benötigen für
ihre innere Stimmigkeit bestimmte Annahmen, bestimmte Konstanten und Faktoren,
ohne die die schönsten Formeln nicht aufgehen würden.
Damit beispielsweise
eines dieser modernen Weltmodelle, welches irgendwer in die Welt gesetzt
hat, nicht "explodiert", muss
man beispielsweise eine "Schwarze Materie" annehmen. Früher nannte
man das wohl Äther. Es sind immer erst die so genannten "Annahmen",
die das theoretische Kraut fett machen.
Die Formeln der
Welterklärung werden sogar auch von ihrer ästhetischen Seite beurteilt. Sie
müssen stimmig, rund, harmonisch und im Abgang würzig sein - dann empfindet sie
der Physiker als "schön"!
"In den grundlegenden Theorien mussten wir
unsere Konzepte schon so oft ändern, dass wir jetzt nicht mehr fragen, ob eine
Theorie die Wirklichkeit wiedergibt, sondern nur, ob sich aus ihr ein gutes
mathematisches Modell der Beobachtungen ableiten lässt. Theorien mit mehr als
vier Dimensionen erklären eine Reihe der beobachteten Eigenschaften des Universums
sehr elegant..." (STEPHEN
HAWKING / 2001)
In dieser - sagen wir -
spekulativen Physik wird der Eindruck erweckt, als seien im Universum Dinge
möglich, die auf der Erde nicht vorkommen können. Zeitreisen erscheinen
möglich! Wiedersehen mit der verstorbenen Verwandtschaft und was der
unerfreulichen Dinge mehr sind. Blödsinn, Freunde!
Möglich werden die
Spekulationen der Physiker durch die Messungenauigkeiten, die sich zwangsläufig
ergeben, wenn man Erscheinungen des Mikro- oder Makrokosmos erfassen will, was
schließlich nur mit indirekten hoch komplizierten physikalischen Methoden
möglich ist. Die zwangsläufigen Messungenauigkeiten lassen mathematische
Interpretationen zu. Kaffeesatzleserei ist dagegen eine seriöse Wissenschaft.
Immerhin - das sei
positiv angemerkt - hat man in der Quantentheorie die "Unschärferelation" erkannt, die besagt: Je genauer man
die Position eines Elementarteilchens bestimmen und messen will, desto
ungenauer misst man seine Geschwindigkeit und umgekehrt.
Zugegeben sei natürlich,
dass es sicherlich viel Spaß macht, sich solche Sachen wie Wurmlöcher in der
Zeit auszudenken. Die Sciencefictionschriftsteller sind für jede neue Anregung
dankbar.
Nun müssen wir aber noch
die Grenzen des IST definieren. Anfang und Ende! Was ist außerhalb des ISTs?
Nochmals sei betont: Aus
NICHTS kann nichts anderes entstehen als wieder NICHTS. Wenn aus dem NICHTS
etwas entsteht, dann war es kein NICHTS, sondern dann muss es IST gewesen sein.
Nur aus IST kann etwas
entstehen - etwas, was in seiner Grundbeschaffenheit der Grundbeschaffenheit
des IST identisch ist.
Nebenbei - keine Energie
verschwindet aus dem IST, weil das IST kein anderes IST neben sich hat, wohin
die Energie verschwinden könnte. Es gibt nur das eine IST. Und es gibt kein
NICHTS. Das NICHTS ist das NICHTS, weil es nicht existiert. Es ist das
Gegenteil vom IST. Und nur das IST existiert. Das IST ist!
Würde man nun ein NICHTS
zulassen und es denken, käme es zu einer Grenze zwischen IST und NICHTS. An
dieser Grenze müsste das eine das andere aufheben. Das NICHTS müsste das IST
verNICHTen.
Oder das IST müsste das
NICHTS verISTen.
Und das würde permanent
so geschehen müssen. Also müsste das IST irgendwann zur Neige gehen. Der
Urknall ist schließlich auch keine Urquelle, die ständig für Nachschub sorgt!
Eine Auflösung des IST
ins NICHTS zu einer Art verdünntem IST ist ebenfalls nicht denkbar, weil dies
in letzter Konsequenz auch zu einer Auslöschung des IST, zu einer Versickerung
im NICHTS führen würde. Das aber widerspricht der unbezweifelbaren stabilen,
wenn sich auch in ständiger Veränderung befindlichen Existenz des IST.
Weder vor dem
Schöpfungsakt, noch danach ist ein wirkliches NICHTS denkbar. Auch den
KRAUSSschen Quanteneinheitsbrei muss man sich wohl - wenn man ihn denn
spaßeshalber denken will - unendlich vorstellen und ohne Grenzen zu einem
NICHTS - sonst wäre es mit dem Brei schnell vorbei! Die Frage nach der
Initialzündung für die Entstehung des Universums bleibt sowieso immer noch
offen.
Alle denkbaren
Berührungen von IST und NICHTS haben die unmögliche Konsequenz der Endlichkeit
des IST und somit die Notwendigkeit, irgendwann einen Anfang gehabt zu haben.
Bleibt nur die eine Möglichkeit - es gibt kein NICHTS! Nirgendwo! Nirgendwann!
Nie!
"Die Gesetze der Physik geben an, wie sich
ein Anfangszustand im Laufe der Zeit entwickelt..... und... wir müssen die
Anfangsbedingungen - die Randbedingungen - kennen....
Die Randbedingung des Universums ist, dass es
keinen Rand hat." (STEPHEN
HAWKING / 2001)
Keinen räumlichen und
keinen zeitlichen Rand!
Es ergibt sich nach allen
bisherigen Erwägungen die eigentlich höchst einfache Feststellung, dass das
Universum existiert - und zwar existiert
es schon immer, hatte keinen Anfang, wird kein Ende haben, weder räumlich noch
zeitlich, und es befindet sich in ständiger Veränderung und hat dabei schon die
wunderbarsten Dinge hervorgebracht - Galaxien, Sonnensysteme... und biologische
Wesen, die sich selbst reflektieren und nach der Beschaffenheit der Welt fragen
können... - unfassbar!
Wobei - Veränderung darf
man nicht mit Entwicklung verwechseln. Entwicklung ist ein gerichteter Prozess,
bei welchem der Endzustand eine höhere Struktur besitzt als der Anfangszustand.
Zum Beispiel wenn sich Materie zu einer Galaxis entwickelt. Oder zu lebendigen
Organismen. Entwicklungsprozesse sind räumlich und zeitlich begrenzt. Das IST
insgesamt entwickelt sich nicht.
Wenn aber im IST eine
Entwicklung einsetzt, wenn sich Strukturen bilden, die eine Tendenz zu größerer
Komplexität und Kompliziertheit besitzen, wird aus IST ein SEIN, weil diese
sich entwickelnde Struktur eine Zeit besitzt - nämlich die nur ihr zugehörige
Zeit. ZEIT bedeutet, dass ein, wenn auch nicht von vornherein berechenbarer, so
doch vorhandener Abstand zwischen Entstehen und Vergehen existiert; zwischen Geburt
und Tod; zwischen vorher und nachher!
SEIN = IST + ZEIT - das ist die Weltformel!
Das chaotische,
unstrukturierte IST hat keine ZEIT. Das IST ist! War immer, wird immer sein! Und
Gott?
Gott kann endlich aus der
unschönen Verantwortung als Schöpfer der Welt entlassen werden. Er kann nun
sein, was er schon immer war - eine gute Idee! Gott ist die wichtigste Idee,
die die Menschheit bisher hatte!
(Siehe dazu:
"Allmächtiger" STEPHAN DETTMEYER / www.sachsenmeyer-blogspot.de)
Einschließlich seiner Vorgänger ( heidnische Götzen,
antike Götterschar etc.pp.) ist Gott die wichtigste Voraussetzung für die
Sozialisierung der Menschen und damit der Menschwerdung überhaupt. Ohne ihn
gäbe es die Menschheit nicht. Die Frage, ob Gott existiert, ist unwichtig.
Wichtig ist, dass der Glaube an seine Existenz existiert! Atheismus ist eh nichts
für schwache Nerven!
Stephan Dettmeyer / Mai
2013